Das Preußische Dillenbajonett M/1841


Geschichte


Das Dreyse Zündnadelgewehr M/1841 wurde am 4.12.1840 durch A.K.O (allerhöchste Kabinettsorder) genehmigt und ab dem 15.10.1841 in Sömmerda hergestellt. Aus Gründen der Geheimhaltung wurde die Waffe als "leichtes Perkussionsgewehr M/41" bezeichnet.

An dieser Stelle soll aber nicht weiter auf die Geschichte des Gewehres eingegangen werden, da es im Waffenarchiv bereits einen ausführlichen Artikel hierzu gibt.

Bei der Einführung der blanken Waffe für das „leichte Perkussionsgewehr M/41“ wurden wieder „alte“ Wege beschritten.

Die Konstruktion gleicht nämlich in der Ausführung den Vorgängermodellen M/1809 sowie M/1839.

Die Waffe bekam in diesem Zuge wieder die gewohnte Dille ohne Gang oder Einschnitt sowie eine Arretierung mithilfe einer löffelartigen Feder am Gewehr die in das Widerlager am äußeren Dillenrand griff.

Vergleicht man nun die Dillen der Bajonette M/1839 und M/1841, fällt sofort die doch sehr zierlich wirkende Dille des M/41 ins Auge.

Diese kurze Dille in Verbindung mit der Federpflanzung, welche schon beim M/39 als zu unstabil beanstandet wurde, war ein wesentlicher Schwachpunkt dieser Waffe.

Trotz dieser offensichtlichen Mängel, wurde nicht von der „modernen“ Federpflanzung abgelassen.

Erst gegen Ende der 1850er Jahre besann man sich und schaffte die Federpflanzung zu Gunsten der viel stabileren Befestigung mittels Sperrring ab.

Ab diesem Zeitpunkt begann auch die Umarbeitung der bereits gefertigten Waffen M/41, welche für Federpflanzung eingerichtet waren. Da Großteil wurde aptiert, sodass heute nur noch sehr wenige Gewehre und Bajonette mit der originalen Federpflanzung erhalten sind.

Bei der Umarbeitung des Bajonetts wurden folgende Schritte ausgeführt:

- Die Wulst an der Dille wurde bis auf einen kleinen Rest, welcher dem neuen Sperrring als Widerlager dienen sollte, abgeschliffen

- An der Stelle, an der sich die Vertiefung (Widerlager) für die alte Feder befand, wurde ein gerader Gang eingeschnitten (Maße entnehmen Sie bitte der Tabelle)

- Ein Sperrring wurde angepasst

- In die Dille wurde ein runder Stift eingesetzt, welcher als Drehbegrenzer für den Sperrring diente.

Die so aptierten Stücke lassen sich kaum von den original mit Sperrring hergestellten Stücken unterscheiden.

Nur eine genaue Betrachtung und der Vergleich mehrerer Stücke lassen hier sichere Schlüsse zu.

Das hier gezeigte Stück mit Sperrring ist beispielsweise eines dieser aptierten Bajonette.

Zwei Spuren belegen dieses Faktum.

Zum einen sieht man bei abgenommenem Sperrring kleinste Spuren, die vom Abschleifen des alten Exzenters herrühren. Zum anderen erkennt man dies anhand der Fabrikationsnummer.

Diese war bei den preußischen Dillenbajonetten auf der hinteren Seite der Dille - genauer am Ansatz des Exzenters - geschlagen (siehe Bilder). Die Zahlenköpfe der 4-stelligen Nummer haben ursprünglich weiter in die angesprochene Wulst geragt. Durch das Abschleifen sind die Köpfe gleichzeitig mit abgetragen worden.

Sämtliche Bajonette M/1841 weisen bis auf diese Unterschiede keinerlei Differenzen auf. Beide Modelle (egal ob Feder oder Sperrringpflanzung) haben die gleiche kurze Dille sowie eine volle, nicht hohl geschliffene 3-kantige Klinge und sind „weiß“ poliert, also weder Bräuniert noch Brüniert.

Zu dem Bajonett wurde keine Scheide konzipiert, hergestellt oder ausgegeben. Ausnahmen waren jene Stücke die bei der Marine und der Landwehr geführt wurden. Bei diesen Truppenteilen wurde zum Bajonett eine lederne Scheide ausgegeben. Diese Scheidentypen wurden aber auch zu den anderen preußischen Dillenbajonetten verwendet.

Das Fehlen einer Scheide bei der Linien-Infanterie ist auf einen Befehl Schaarnhorst´s zurückzuführen. Dieser wollte damit in der Reformationszeit aus der Not heraus die Scheiden einsparen.

Dieser Befehl wirkte sich auf die Bajonettmodelle M/1809, M/1839, M/1841 und sogar noch auf das letzte preußische Dillenbajonett M/1862 aus. Alle diese Modelle wurden deshalb bei der Linien-Infanterie stets aufgepflanzt getragen.


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