Das Preußisches Dillenbajonett M/1809 in der Ausführung bis 1811


Technische Daten und Maße


Mit der Einführung des Dillenbajonetts zum Neupreußischen Gewehr, wurden auch Qualitätsvorgaben herausgegeben, welche eine möglichst hohe Einheitlichkeit und Qualität der gefertigten Bajonette garantierten sollte.

So heißt es in den besagten Vorgaben zum Dillenbajonett M/1809:

- Es darf nicht über 30 Lot (431,5 Gramm) wiegen

- Es muss federhart gehärtet sein

- Die Bajonettklinge soll 18 Zoll (rheinländisch, d. Verf) lang sein und dreischneidig, aber auf allen drei Seiten glatt, nicht geschilft (gemeint sind damit Hohlkehlen, d. Verf.) gearbeitet werden.

Diese Vorgaben wurden von den Fabrikaten im Groben eingehalten. Jedoch war es zur damaligen Zeit nicht möglich, eine völlig gleiche Serienfertigung zu realisieren. Vergleicht man heute mehrere Dillenbajoentte M/1809 miteinander, wird keines dem anderen gleichen. Erst späte Stücke der Jahre nach 1820 waren so gute gefertigt, dass man von einer relativen Modellgleichheit sprechen konnte.

Das Aufpassen jedes Bajonetts zu seinem Gewehr war also unumgänglich.

Vergleicht man die Bajonette M/1809 mit späteren Modellen, wie dem M/1839, fällt einem ein weniger maschinell wirkendes Aussehen der früheren Bajonette M/1809 auf. Dies ist auf den oben angesprochenen Umstand zurückzuführen.
Das gezeigte Dillenbajonett M/1809 in der Ausführung bis 1811 besitzt einen rechteckigen Ausschnitt im wulstartigen Exzenter, welcher in eine spatenförmige Haltefeder griff. Dieser Ausschnitt passt exakt zu der frühen ersten Federvariante und war noch nicht die endgültige Form, welche bei dem Bajonett ab 1812 und am Gewehr ab 1814 erreicht war.

Gefertigt ist das Bajonett wie auch seine Nachfolger (M/1839 und M/1841) weiß, also weder bräuniert noch brüniert. Die Waffen wurden durch eine Verfügung Scharnhorsts bei der Infanterie stets auf den Gewehren gelassen, sodass zum Bajonett M/1809 keine Scheide vorgesehen war. Die Ausnahme bildeten die Waffen der Marine, welche in einer Scheide versorgt werden konnten. Dieser Befehl hatte denn Sinn, die ledernen Scheiden einzusparen, denn an Leder mangelte es gerade in der Befreiungskriegszeit sehr.

Diese Gegebenheit wurde in Preußen bis zum letzten Dillenbajonett (M/1862) beibehalten.

Abmessungen und Daten :
Gesamtlänge : 57,00 cm
Klingenlänge: 48,00 cm
Klingenbreite an der Wurze: 21,86 mm
Dillenlänge: 78,78 mm
Dillendurchmesser (Gewehrseitig): 23,26 mm
Dillendurchmesser (Mündungsseitig): 28,84 mm
Breite des Exzenters: 7,86 mm
Breite des Einschnittes: 6,83 mm
Gewicht: 403 Gramm

Die Maße beziehen sich auf das gezeigte Stück, aufgrund der angesprochenen Toleranzen können Maße und Gewichte anderer Stücke zu den vorgestellten Maßen mal mehr oder weniger abweichen.


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