Die Kavalleriepistole M 1862 System Lorenz


Geschichte


Text Udo Lander

Sammler europäischer Militärfeuerwaffen kennen Sie in aller Regel, denn an der letzten Vorderlader-Kavalleriepistole, die in Europa eingeführt wurde, kommt man einfach nicht vorbei. An und für sich war diese Pistole angesichts der längst bekannten und viel verwendeten Revolver von Colt und Lefaucheux ein absoluter Anachronismus, aber gegen Traditionalismus und Erzkonservatismus war auch damals noch kein Kraut gewachsen.

Der Entwurf dieser gezogenen Vorderladerpistole im Vereinskaliber 13,9mm geht zurück auf den Werkmeister Josef Lorenz, welcher wegen seiner Leistungen bezüglich der Einführung von Kompressionsgeschossen und auf Grund der Verleihung des Ordens der Eisernen Krone III. Klasse im Mai 1861 von Kaiser Franz-Josef I. in den erblichen Ritterstand erhoben worden war.

Schon im August 1859 hatte der österreichische Kaiser die Einführung einer gezogenen Perkussionspistole für die gesamte Kavallerie angeordnet und die Arsenaldirektion Wien erhielt den Auftrag, einige Muster vorzubereiten. Eine dieser Projektpistolen entsprach formal der danach normierten Pistole M 1862, hatte aber noch keine Drehhebelsicherung auf dem Schlossblech. Die Entscheidung zur endgültigen Einführung der „Kavalleriepistole M 1862 System Lorenz“ fiel am 24. März 1862 mit dem „Kriegsministerial-Erlass N° 994“. Ab 1863 lief deren Produktion auf Hochtouren, doch sind schon im Laufe des Jahres 1862 Exemplare des neuen Pistolenmodells an die Truppe ausgegeben worden.



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