England - Pattern 1879 Artillerie Säbelbajonett


Stempel und Signaturen


Die Bestempelung britischer Seitengewehre ist in der Regel sehr umfangreich. Bei den meisten Gegebenheiten wurden Abnahme, Inspektions- und Datumsstempel geschlagen. Die Geschichte einer Waffe lässt sich also anhand der aufgebrachten Stempel meist exakt rekonstruieren. Heute wird oft fälschlicherweise angenommen, dass ein Datumsstempel immer das Herstellungsjahr bezeichnet. Dies ist nicht immer korrekt, denn bei jeder Inspektion eines Seitengewehrs wurden zum einen neue Abnahmestempel und gleichzeitig das Datum dieser Inspektion geschlagen.

Klingenwurzel Terzseite:

„War department acceptance mark“. Übernahme der Waffe durch das Kriegsministerium. In der Regel wurde diese Marke nach erfolgreichem Bestehen aller Teilprüfungen als letzter Stempel eingeschlagen.

E

31

Abnahmestempel Enfield Arsenal. Abnahmebeamter Nummer 31.

Dieser Stempel steht für eine Teilabnahme.

„Sold out of service mark“. Mit diesem Stempel wurde das Seitengewehr aus dem Militärbestand an die Öffentlichkeit verkauft. Ähnlich wie im deutschen Reich, konnten Offiziere, Soldaten oder Veteranenclubs, diese Stücke ankaufen.

X

„Bending mark“. Dieser Stempel wurde nach erfolgreichem Biegetest der Klinge eingeschlagen.
„downgraded mark“. Das Seitengewehr wurde in der Verwendung herabgestuft. Die so markierten Stücke wurden dann in der Regel zu Ausbildungszwecken verwendet oder an Kadettenanstalten abgegeben. Die so markieren Stücke sind in der Regel voll Kriegstauglich, allerdings technisch veraltet. Bei den Seitengewehren trifft dies meist auf die zugehörigen Schusswaffen zu.
X
Fertigungsinterner Buchstabenstempel

Klingenwurzel Quartseite:

/94
Datum der Herabstufung (da jüngstes Datum auf Klingenwurzel)
`91
Datum einer Inspektion
`90
Als frühestes Datum auf der Waffe, Datum der Indienststellung

VR

„Royal Cypher, Viktoria Regina“ Dieser Stempel bezeichnet den regierenden König / Königin zur Zeit der Herstellung der Waffe, und verweist überdies auf das Eigentumsverhältnis der Waffe. In diesem Fall für Königin Viktoria welche von 1837 bis 1901 regierte.

BR

66

Abnahmestempel Arsenal Birmingham (Birmingham Repair) des Abnahmebeamten Nr. 66. Diese Stempel wurden bei einer standardmäßigen Inspektion oder tatsächlichen Reparatur geschlagen.

X

14

Abnahmestempel Bow London. In London wurde die Endabnahme dieses Seitengewehrs durchgeführt und auch der Board Arrow geschlagen.

Klingenrücken:

R
Fertigungsinterner Buchstabenstempel
W
Fertigungsinterner Buchstabenstempel

E

47

Abnahmestempel Enfield Arsenal, Abnahmebeamter Nr. 47

Griffrücken:

8 2
Stücknummer (findet sich auch auf dem Tragehaken der Scheide)

BR

34

Abnahmestempel Arsenal Birmingham (Birmingham Repair) Abnahmebeamter Nr. 34

E

59

Abnahmestempel Enfield Arsenal, Abnahmebeamter Nr. 59

J.W.
Fertigungsinterner Stempel.

Griffkopf:

90.R.F.A.77
90th. Battery, Royal Field Artillery, Waffennummer 77
2/00
“Reissued Date” Widerindienststellung im Februar 1900 bei oben genannter Einheit.

Tragehaken:

82

„Broad Arrow“ 82 Stücknummer, identisch mit Nummer auf Griffrücken

Lederkorpus:

WD

„War department“ Übernahme der fertigen Scheide durch das Kriegsministerium.

Diese sehr umfangreichen Stempel zeigen, dass das Stück in seiner aktiven Dienstzeit mehrere Mahle zur Inspektion gekommen ist. Die downgraded mark zusammen mit dem „jüngsten Datum“ auf der Klingenwurzel belegt, dass das Stück im Jahr 1894 herabgestuft und wahrscheinlich Kadettenschulen o.ä zugeführt wurde. Die erneute Indienststellung in den aktiven Dienst erfolgte schließlich im Februar 1900, da dieses Datum direkt unterhalb des Truppenstempels geschlagen ist, welcher bei der Indienststellung aufgebracht wurde. Ein schlüssiges logisches Platzieren der einzelnen Daten und Stempel ist typisch für britische Seitengewehre, sodass auch später genau nachvollzogen werden konnte, was die einzelnen Markierungen bedeuteten.


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