Seitengewehr 42

(erste Variante)


Technische Daten und Maße


Der Drückermechanismus der deutlichste Unterschied von erster zu zweiter Variante.

Konstruktiv sind beide Lösungen grundverschieden, die Funktionalität ist bei beiden Stücken natürlich gleichermaßen gegeben.

Bei der ersten Ausführung arbeitet der Drücker in vertikaler Richtung. Zum Lösen des Seitengewehres muss er gegen den Federdruck nach unten gedrückt werden. Durch diese Verschiebung nach unten wird der Haltebolzen, welcher in die entsprechende Aussparung der Seitengewehrschiene greift, abgesenkt und die Verbindung somit gelöst.

Um den Drückermechanismus unterzubringen, ist der Griffkopf an dieser Stelle zu einer Pfanne ausgearbeitet, welche den Bolzen samt dessen Führungsschiene und die Feder aufnimmt. Eine eingesetzte Schraube begrenzt den Federweg des Bolzens und sichert diesen gleichzeitig vor dem herausspringen.

Da diese Konstruktion mit Druck in die vertikale Richtung arbeitet, muss auch beim Aufpflanzen die Sperre per Druck auf den Bolzen geöffnet werden. Die Drückerbolzen der Standartseitengewehre haben abgeschrägte Flächen, welche beim Aufpflanzen ohne äußere Einflüsse über die Schienen gleiten. Deshalb ist beim Aufpflanzen kein Betätigen der Drücker notwendig.

Die konstruktiv umgearbeiteten Drückermechanismen der zweiten Ausführung besitzen ebenfalls diese abgeschrägte Fläche, welche dafür sorgt, dass beim Aufpflanzen der Bolzen geöffnet wird und muss deshalb nicht betätigt werden.

Der Drücker arbeitet bei diesen Stücken nicht mehr mit Druck in die vertikale Richtung, sondern gegen das Seitengewehr, wofür der Haltebolzen wippenartig befestigt ist.

Drück man die geriffelte Bedienfläche gegen den Federdruck ein, tritt der Haltebolzen aus seiner Stellung und gibt die Verriegelung frei. Im Scheitelpunkt der wippenartigen Konstruktion ist der Bolzen mit einer Schraube fixiert. Im Griffkopf musste für diese Konstruktion lediglich die Aussparung für den Bolzen freigelassen und die beiden Schenkel herausgearbeitet werden, welche die Widerlager für die Schraube darstellten.

Fertigungstechnisch wirkt die Drückervariante der zweiten Ausführung einfacher und weniger anspruchsvoll in der Herstellung. Jedoch stellt diese Lösung gleichfalls eine tatsächliche Verbesserung für die Handhabung des Seitengewehrs dar. Die Bedienung ähnelt sehr dem Standartseitengewehr 84/98, welches die Soldaten bereits gewohnt waren.

Im Gegensatz zum S. 84/98, bei dem die Drücker rechts am Griffkopf platziert waren, verlegte man diese bei den Seitengewehren 42 immer nach links. Ein Rechtshänder musste diese also mit dem Ring- oder Mittelfinger der rechten Hand erreichen und sicher bedienen können, um das Seitengewehr 42 versorgen zu können. Unter diesem Gesichtspunkt ist die wippenartige Sperre eindeutig die bessere der beiden.

Weitere Unterschiede betreffen die Klingenlänge, Griffschalenvernietung sowie die Scheidenkonstruktion.

Maße (erste Variante):

Klingenlänge: 16,60 cm

Gesamtlänge: 29,00 cm

Gewicht mit Scheide u. Werkzeug: 445 Gramm




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