Die peußische Kavalleriepistole M 1823


Geschichte


Text: Udo Lander

Zum Werdegang des letzten Modells preußischer Steinschlosspistolen gibt es keine Archivalien. Aus diesem Grunde berufen sich alle Autoren bezüglich der Einführung auf C. Kling. Dieser berichtet im „Anhang zur Geschichte des Blücherhusaren-Regiments“: „Am 23. April 1823 wurde ein neues Modell für alle neu anzufertigenden Pistolen der Armee gegeben. Die Länge des Laufes betrug 9 Zoll, das Kaliber 61/100 Zoll.“

Bei diesem neuen Pistolenmodell wurde nun endlich die bisher übliche, seit Jarhunderten angewandte und für den Schaft so schädliche Befestigung des Laufes mittels Stiften und Ösen aufgegeben. Von nun an wurde der Lauf mit Hilfe eines ganzen Messingrings, der um Vorderschaft und Lauf reichte, und durch die Kreutzschraube unverrückbar befestigt.

Laut Übersicht des AKD sollten ab 1823 und später jährlich 5.500 Steinschlosspistolen M 1823 und bis einschließlich 1828 insgesamt 44.745 Paare hergestellt werden. Aufgrund einer Änderung und dem weitestgehenden Verzicht der paarweisen Ausrüstung mit Pistolen bei den Reitern der verschiedenen Waffengattungen wurde dieses Ziel deutlich zurückgenommen. Die Produktion der Pistole M 1823 lief dann in den preußischen Gewehrfabriken Potsdam, Neiße, Saarn und Danzig und in Suhl ab 1823 sehr zögerlich an. Laut Aufstellung des Kriegsministeriums und der Werder’schen Chronik wurden in Suhl im Zeitraum 1829-1832 lediglich 200 Paar Pistolen M 1823 produziert. 1839-1852 hingegen fertigte Spangenberg, Sauer & Sturm (S&C) 6000 neue Pistolen, Hähnel 3000 und Schilling 2000 neue Pistolen. In diesen Zahlen sind natürlich nicht nur Pistolen M 1823 sondern mit Sicherheit auch Pistolen M 1850 enthalten.

Die Steinschlosspistolen 1823 wurden in den preußischen Gewehrfabriken ab 1849 bis 1853 auf das Perkussionssystem umgebaut. Noch bei der Mobilmachung 1870 besaß die preußische Armee in ihren Depots und bei der Truppe insgesamt 24.914 Pistolen dieses Typs.


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